Das eigene Produkttester-Blog

Als Tester unabhängig werden

Das eigene Produkttester-Blog

Amazon ändert die Regeln, man riskiert seinen Account, Produkttests sind nur noch für Vine-Mitglieder erlaubt. Wäre es nicht schön, wenn man sich ein Stück weit unabhängig machen könnte?

Wer bisher schon mit Spaß Rezensionen geschrieben hat, sollte einmal über den nächsten Schritt nachdenken, denn der ist gar nicht so groß, wie man vielleicht glaubt. Mit einem eigenen Blog ist man vor allem seinen eigenen Regeln unterworfen. Was man dabei beachten sollte und wie der einfache Einstieg gelingt, lesen Sie in diesem Beitrag.

 

Warum ein eigenes Blog?

Ein eigenes Blog ist die Möglichkeit, sich als Produkttester selbstständiger zu machen. Auch hier sollte man sich - wie bisher schon - immer fragen, warum man gerne testet. Wenn die einzige Motivation ist, möglichst viele Produkte kostenlos zu erhalten, wird man vermutlich nicht lange Freude haben. Denn gerade ein Blog lebt von seinen Lesern. Es sollte daher das oberste Ziel sein, gute Informationen zu liefern und anschaulich die Vor- und Nachteile eines Produkts aufzuzeigen. Nur wenn die Inhalte wirklich interessant für die Leser sind, kommen sie wieder.

Einen weiteren wichtigen Punkt möchte ich gleich zu Anfang ansprechen. Man sollte sich nach Möglichkeit auf ein oder zwei Themen spezialisieren. Ein Blog, in dem alles querbeet getestet wird, hat es schwer, ein Zielpublikum zu finden. Das bedeutet nicht, dass man sich dabei auf eine einzige Produktkategorie beschränken muss. Klar, wenn Sie gerne Taschenlampen testen, machen Sie doch ein Taschenlampen-Blog auf. Oder Sie interessieren sich besonders für Küchengeräte, auch dann haben Sie Ihr Thema gefunden. Haben Sie Kinder? Vielleicht wäre ein Blog über Kinderspielzeug das richtige. Sind Sie Outdoor-Fan? Auch hier gibt es jede Menge verschiedene Produkte, die in diese Kategorie passen. Neulich habe ich eine Webseite entdeckt, auf der verschiedene Experimentierkästen vorgestellt und getestet wurden. Ich weiß nicht, ob der Blog-Betreiber die Kästen selbst gekauft hat, aber hier dürfte das Interesse der Firmen groß sein, dass ihre eigenen Produkte dort auch auftauchen und sie werden sie sicherlich gerne zur Verfügung stellen.

Man kann auch weiterdenken. Es müssen ja nicht nur physische Produkte sein. Wenn das Thema für ein Blog zum Beispiel "Freizeitbeschäftigungen für die ganze Familie" ist, kann man neben Spielen, Bastelbüchern und Sportgeräten genauso gut Freizeitparks und Indoor-Spielplätze testen. Es gibt Reise-Blogger, die zunächst als Hobby über ihre Reisen berichtet haben und nach einer Weile für einen Verlag um die halbe Welt geschickt worden sind.

 

Es lohnt sich, eine Vision zu haben, was Sie mit Ihrem Blog gerne erreichen würden. Dass Sie nicht heute ein Blog eröffnen und morgen schon die ersten Angebote kommen, ist natürlich klar. Aber mit guten Inhalten und einem Thema, das Ihnen Spaß macht, werden Sie Ihre Leser finden - oder vielmehr Ihre Leser Sie.

 

Wie sollte man das Blog aufbauen?

Wenn Sie ein Thema für Ihr Blog gefunden haben, sollten Sie zuerst über einen guten Namen dafür nachdenken. Bleiben wir beim Beispiel der Freizeitbeschäftigungen. Wie wäre es mit "Susannes Freizeittipps", "Familien-Freizeitideen" oder "Das große Freizeitblog"? Es sollte jedenfalls auf den ersten Blick erkennbar sein, worum es in Ihrem Blog geht. Es empfiehlt sich, sich eine dazu passende Domain - also Webadresse - zu registrieren. Also zum Beispiel: www.dasgrossefreizeitblog.de

Zum Ausprobieren, ob das Bloggen überhaupt etwas für Sie ist und ob Sie mit der Plattform klar kommen, sollten Sie zunächst die kostenlose Variante testen, die es fast immer gibt. Wenn Sie aber ernsthaft einsteigen wollen, sollten Sie relativ schnell auf eine eigene Adresse wechseln. Wenn Sie das erst nach einem halben Jahr machen, ändern sich die Adressen aller Artikel die Sie bereits geschrieben haben wieder und Sie werden vermutlich über die Suchmaschinen nicht mehr gefunden.

 

Überlegen Sie sich eine gute Überschrift für jeden Artikel. Dort sollte klar sein, was Sie testen, oder um was es gerade geht. Schauen Sie sich den Blogartikel, den Sie gerade lesen, noch einmal an. Der Titel lautet "Das eigene Produkttester-Blog". Damit ist klar was das Thema ist und das ist auch das erste, was jemand sieht, wenn Ihre Seite bei Google auftaucht. Lockern Sie lange Artikel mit Zwischenüberschriften und einigen Bildern auf. Bei einem Produkttest sind das natürlich meistens verschiedene Bilder des Produkts. Wenn Sie über ein Detail schreiben, zeigen Sie dazu das passende Bild. Wollen Sie Bilder verwenden, die Sie nicht selbst aufgenommen haben, müssen Sie sehr vorsichtig sein. Einfach ein Bild irgendwo herunterladen und auf die eigene Seite setzen, bringt Ihnen im Zweifelsfall viel Ärger ein. Eine gute Alternative ist die Seite Pixabay. Dort finden Sie lizenzfreie Bilder, die Sie verwenden dürfen. Lesen Sie sich trotzdem vorher die Nutzungsbedingungen durch.

Schauen Sie sich auch nochmal den Artikel zum Thema "Wie schreibt man eine gute Rezension" an.

 

Die meisten Blogs haben als Startseite direkt die neuesten Artikel. Dagegen spricht nichts. Aber vielleicht wollen Sie auch eine feste Startseite einrichten, auf der Sie zusammenfassen, um was es in Ihrem Blog geht und wer Sie sind. Außerdem bietet es sich an, eine eigene Seite anzulegen, auf der Sie sich an Anbieter richten. Hier könnten Sie zum Beispiel schreiben, welche Arten von Produkten Sie testen, an wen Sie sich damit richten und - wenn Ihr Blog nach einigen Monaten mehr Besucher hat - auch die Besucherzahlen.

Praktisch ist auch ein Kontaktformular - entweder direkt auf der Seite für die Anbieter oder auf einer eigenen Seite zu der Sie dann verlinken. 

Ein Impressum sollten Sie immer angeben, damit sind Sie auf der sicheren Seite. Das geht sehr einfach über Anbieter wie eRecht24.

Ein Blog einzurichten kann kompliziert sein, wenn man alles selber machen muss. Zum Glück gibt es heute aber Plattformen, die einem den Großteil der Arbeit abnehmen, so dass man sich ganz darauf konzentrieren kann, die Seite mit Inhalt zu füllen!

 

Ein einfacher Einstieg

Die wohl bekannteste Plattform für Blogger ist Wordpress. Auch ich habe zum Test bereits eine Seite damit eingerichtet. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass es so weit verbreitet ist und es entsprechend viele Designvorlagen und Plugins gibt, die bestimmte Aufgaben erfüllen können. Einiges davon ist kostenlos, für professionelle Designs zahlt man aber häufig etwas. Wollen Sie eine eigene Domain, müssen Sie sich diese bei einem der vielen Anbieter registrieren und in der Regel selbst Wordpress installieren und einrichten. Bei einigen gibt es Assistenten, die das erleichtern sollen. Trotzdem müssen Sie sich einarbeiten und auch dafür sorgen, dass die Wordpress-Installation immer aktuell bleibt, damit keine Sicherheitslücken vorhanden sind. All das ist kein Hexenwerk und für diejenigen, die sich gut mit Computern auskennen, ist das in der Regel kein Problem, außerdem gibt es zahlreiche Tutorials im Internet.

 

Als ich dieses Blog hier eingerichtet habe, wollte ich ausprobieren, ob es nicht noch einfacher geht. Mein Ziel war eine gut aussehende Webseite, die auch auf Smartphone und Tablet gut lesbar ist (die Hälfte der Besucher kommt mittlerweile über mobile Geräte), die ich nicht ständig warten muss und die sich leicht mit Inhalten füllen lässt. Denn was ich möchte ist schreiben, nicht programmieren.

Ich habe mich deshalb für den Anbieter Jimdo entschieden.

 

Es gibt hier - sehr wichtig - eine kostenlose Variante names Jimdo Free*. Hier kann ich wirklich nur jedem empfehlen, es einfach mal auszuprobieren. Zunächst wählt man eine Designvorlage aus. Diese kann man später jederzeit wieder ändern und nach seinen eigenen Wünschen anpassen. Anschließend gibt man eine E-Mail-Adresse an und vergibt ein Passwort. Den Namen seiner Seite kann man sich aussuchen, die Adresse endet in der kostenlosen Variante jedoch immer auf ".jimdo.com". 

Im Hilfe-Bereich und speziell in den FAQ gibt es sehr viele gute Anleitungen. Für den Einstieg empfehle ich den Abschnitt "In vier Schritten zur eigenen Webseite" und die Einführung, wie man sein Blog einrichtet. Danach sollten Sie einfach loslegen und die ersten Seiten erstellen. Wenn Sie bereits Rezensionen geschrieben haben, suchen Sie sich doch eine aus machen Sie Ihren ersten Blogartikel daraus. Wechseln Sie auch ruhig noch einmal das Design und schauen Sie sich an, wie Ihre Seite dann wirkt.

 

In den Insider-Infos vergebe ich für die fünfzig ersten Tester einen Rabattcode für Jimdo Pro, das im Jahr 60 Euro kostet und bei dem die eigene Web-Adresse inklusive ist. Nach Versand des Newsletters werde ich den Code auch im Insider-Bereich einstellen, so dass auch neue Abonnenten ihn nutzen können. Aber natürlich gilt: Nur solange bis sie aufgebraucht sind.

 

*Update* Ab sofort ist der Code auch für alle anderen Leser verfügbar: 

Noch ein wichtiger Hinweis: Ich empfehle, gerade zu Beginn, das Blog nicht-kommerziell betreiben. Aber schon wenn es um Rezensionsexemplare geht, begibt man sich in einen Graubereich. Es empfiehlt sich daher, sich über die rechtlichen Aspekte genauer zu informieren. Als Einstieg eignet sich zum Beispiel dieser Artikel, der zeigt, was man als Blogger beachten sollte.

 

Bei genügend Zeit und Interesse meiner Leser werde ich in den nächsten Wochen noch etwas ausführlicher auf einzelne Punkte eingehen. Folgende Themen sind dabei sicher hilfreich:

  • Wie werde ich gefunden? Einfache Optimierungen für Google.
  • Werbung für das Blog - wie mache ich meine neue Seite bekannt?
  • Seid ihr alle da? Besucher zählen mit Google Analytics.
  • Mit Links Geld verdienen.

Haben Sie weitere Ideen? Schreiben Sie mir gerne Ihre Vorschläge als Kommentar oder per Mail.

 

 

 

* Affiliate-Link: Nur wenn Sie später ein kostenpflichtiges Jimdo-Paket buchen, erhalte ich dafür eine Provision, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen. Ich empfehle ausschließlich Produkte und Anbieter, von denen ich selber überzeugt bin.

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Kommentare: 4
  • #1

    Josy (Montag, 28 November 2016 05:00)

    Huhu,
    bin gerade über den Artikel gestolpert und witzigerweise hatte ich vor ein paar Monate diese Idee mit dem eigenen Test Blog. Über weitere Tipps wäre ich auf jeden Fall sehr dankbar und würde mich freuen mehr von dir zu lesen

  • #2

    Christian (Montag, 28 November 2016 09:40)

    Hallo Josy,
    dein Blog ist ein schönes Beispiel, wie man es umsetzen kann. Ich wünsche dir viel Erfolg damit!
    Gruß
    Christian

  • #3

    Andrea Testet und Bloggt (Montag, 26 Juni 2017 00:12)

    Ich habe diesen Schritt vor 5 Wochen ungesetzt und meinen eigenen Testblog eröffnet. Das macht mir unheimlich Spass, weil ich entscheide über welches Produkt ich gerade schreiben möchte.
    Jetzt bin ich gerade auf der Suche wie ich meinen Blog bekannter machen kann und mehr Leser auf meine Seite locken kann.
    Ihre Seite gibt mir da schon einige wichtige Hinweise

  • #4

    Serkan (Sonntag, 01 Oktober 2017 10:49)

    Hallo,
    leider funktioniert der Code nicht mehr. Auf der Jimdo-Seite wird mir angezeigt, dass er ungültig ist.
    Viele Grüße,
    Serkan