Amazon macht Produkttests ein Ende

Änderung der Rezensionsrichtlinien in Deutschland

Ende für Amazon-Produkttester in Deutschland

Wie erwartet hat Amazon jetzt auch in Deutschland die Richtlinien zur Erstellung von Kundenrezensionen geändert und erlaubt in Zukunft nicht mehr die Abgabe kostenloser oder preisreduzierter Produkte im Austausch für eine Rezension.
Damit ist der in den USA bereits vollzogene Schritt auch hierzulande umgesetzt und dürfte praktisch das Aus für Produkttests und die Tester-Portale bedeuten.

 

Die Änderungen im Wortlaut

Bisher lauteten die Richtlinien folgendermaßen:

 

Bezahlte Rezensionen – Wir erlauben keine Rezensionen oder "Hilfreich"-Bewertungen von Rezensionen, die gegen Entgelt in jeglicher Art erstellt worden sind. Dies beinhaltet unter anderem Bezahlung (in Form von Geld oder Geschenkgutscheinen), Bonus-Inhalte, Ermöglichen der Teilnahme an einem Wettbewerb oder Gewinnspiel, Rabatte für zukünftige Einkäufe, zusätzliche Produkte oder andere Geschenke.

Die einzige Ausnahme hiervon ist, wenn ein kostenfreies oder preisreduziertes physisches Produkt dem Kunden im Voraus zum Zwecke der Erstellung einer Rezension angeboten wurde. Bietet man Kunden im Voraus ein kostenfreies oder preisreduziertes Produkt im Austausch für eine Rezension an, muss klar ersichtlich sein, dass sowohl positives als auch negatives Feedback willkommen ist. Sollten Sie als Rezensent ein kostenfreies oder preisreduziertes Produkt im Austausch für Ihre Rezension erhalten haben, müssen Sie dies klar und gut ersichtlich deklarieren. Rezensionen im Rahmen des Amazon Vine Programmes sind bereits gekennzeichnet, was eine zusätzliche Deklarierung überflüssig macht. Lesen Sie mehr über Kundenrezensionen.

 

Der neue Text sieht wie folgt aus:

 

  • Bezahlte Rezensionen - Wir erlauben keine Rezensionen oder "Hilfreich"-Bewertungen von Rezensionen, die gegen Entgelt in jeglicher Art erstellt worden sind. Dies beinhaltet unter anderem Bezahlung (in Form von Geld oder Geschenkgutscheinen), Bonus-Inhalte, Ermöglichen der Teilnahme an einem Wettbewerb oder Gewinnspiel, Rabatte für zukünftige Einkäufe, zusätzliche Produkte oder andere Geschenke.

    Die einzige Ausnahme hiervon ist, wenn Sie von Amazon angeforderte Beiträge veröffentlichen (wie Kundenrezensionen zu Produkten, die Sie bei Amazon gekauft oder im Rahmen des Amazon Vine Programmes erhalten haben, oder Antworten im Rahmen von „Kundenfragen und -antworten“). In diesen Fällen müssen Ihre Beiträge mit allen zusätzlichen von Amazon festgelegten Richtlinien übereinstimmen.

    Buchautoren und Verlage können Lesern weiterhin kostenlose oder vergünstigte Exemplare ihrer Bücher zur Verfügung stellen, solange der Autor oder Herausgeber keine Rezension im Austausch dafür verlangt oder die Rezension zu beeinflussen versucht.

 

Noch deutlicher wird es, wenn man sich die geänderten Richtlinien für Händler anschaut:

 

"Amazon hat vor Kurzem die Richtlinien zum Verbot von anreizbasierten Bewertungen aktualisiert, einschließlich derer, die im Austausch gegen eine kostenloses oder vergünstigtes Exemplar des Produkts abgegeben werden.

Wir betrachten eine Bewertung als anreizbasiert, wenn Sie die Bewertung direkt oder indirekt beeinflusst haben oder die Möglichkeit haben, sie direkt oder indirekt zu beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise die Überwachung, ob eine Bewertung geschrieben wurde oder die Bereitstellung oder Einhaltung zukünftiger Vorteile, je nachdem, ob eine Bewertung geschrieben wird oder wie der Inhalt der Bewertung ausfällt.

- Sie stellen ein kostenloses oder vergünstigtes Produkt, einen Geschenkgutschein, Rabatte, Geldzahlungen oder andere Vergütungen als Gegenleistung für die Bewertung bereit.
- Sie bieten kostenlose oder reduzierte Produkte oder andere Vorteile an oder behalten diese in Zukunft ein, je nachdem, ob der Kunde eine Bewertung schreibt oder nicht.
- Sie verwenden einen Bewertungsservice, bei dem die fortlaufende Mitgliedschaft des Bewerbers vom Schreiben von Bewertungen abhängt.
- Sie verwenden einen Bewertungsservice, bei dem Sie Kunden basierend auf deren Bewertungen einstufen können.
- Sie verwenden einen Bewertungsservice, bei dem Kunden ihr öffentliches Amazon-Profil registrieren, sodass Sie die Bewertungen Ihrer Produkte überwachen können.

Die Bereitstellung von Anreizen für Kundenbewertungen verstößt gegen unsere Richtlinien und möglicherweise auch gegen den Federal Trade Commission Act.

Die folgenden Aktionen sind im Allgemeinen zulässig, sofern Sie die oben genannten Einschränkungen beachten:

- Sie können Rabatte anbieten, die generell für alle Kunden verfügbar sind, wie zum Beispiel Blitzangebote.
- Sie dürfen kostenlose Produkte auf Fachmessen, Kongressen oder ähnlichen Veranstaltungen ausgeben, bei denen es Ihnen nicht möglich ist, zu überprüfen, ob Empfänger eine Bewertung schreibe, oder Vorteile bereitzustellen oder zurückhalten, je nachdem, ob eine Bewertung geschrieben wird oder wie der Inhalt der Bewertung ausfällt.

Die oben genannten Änderungen betreffen nur andere Produktkategorien als Bücher. Das Bereitstellen von Rezensionsexemplaren von Büchern - eine lang bewährte Praktik - ist auch weiterhin gestattet."

 

Damit ist die Intention eindeutig. Produkttests im bisherigen Sinne dürfen nur noch über die eigene Vine-Plattform erfolgen. Wie auch schon in den USA wird es verschiedene Versuche geben, die neuen Richtlinien kreativ umzudeuten und beispielsweise rabattierte Produkte zur Verfügung zu stellen, ohne dafür eine Rezension zu verlangen. Aber gerade der ausdrückliche Hinweis auf das Verbot, einen so genannten "Bewertungsservice" zu verwenden wird das sehr schwer machen. Denn das Modell basiert bisher darauf, die Erstellung von Rezensionen zu überwachen und eine Mitgliedschaft davon abhängig zu machen, dass man diese innerhalb einer Frist abgibt. Macht man die Rezensionen optional und überwacht diese auch nicht, werden die Anbieter wohl recht schnell abspringen, wenn die Kunden reihenweise die Rabatte mitnehmen aber dabei keine Bewertungen hinterlassen.

 

Alternativen für Produkttester?

Amazon war bisher Anlaufpunkt Nummer eins für Rezensionen. Sinnvoll eingesetzt kann das System der kostenlosen Testprodukte eine Win-win-win-Situation sein mit Vorteilen für die Anbieter, die Tester und die Kunden. Durch teilweise regelwidrige Verhaltensweisen der Anbieter (z.B. Aufforderungen zur Abwertung negativer und Aufwertung positiver Rezensionen) und zu unkritische Bewertungen mancher Tester (mit der kurzsichtigen Hoffnung, dadurch weitere Produkte zu erhalten), war am Ende der Nutzen für die Kunden oft nicht mehr gegeben, was zu einem Vertrauensverlust in Amazon als unabhängige Bewertungsplattform geführt hat. Dass Amazon hier reagieren musste, war absehbar, denn am Ende zählen die Kunden.

 

Welche Alternativen gibt es jetzt für Produkttester?

Ich rate - zumindest derzeit - davon ab, sich auf irgendwelche Umgehungen der neuen Richtlinien einzulassen. Wir werden wahrscheinlich verstärkt Modelle sehen, in denen an Amazon vorbei Geld fließt und die Tester sich die Produkte selbst kaufen sollen oder es wird offiziell keine Bewertung mehr verlangt, inoffiziell aber doch. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass Amazon das nicht bemerkt.

Man könnte zum Beispiel auf andere Shops ausweichen. Ebay bietet seit einiger Zeit die Möglichkeit, Rezensionen zu hinterlassen. Auch andere große Markenshops möchten Bewertungen für ihre Produkte. Es kann sich also lohnen, Produkte auch dort zu bewerten. Es gibt darüber gelegentlich Einladungen zu Produkttests. Mehr dazu in einem späteren Beitrag.

 

Eine weitere gute Möglichkeit ist die Einrichtung eines eigenen Produkttester-Blogs. Damit macht man sich zum einen attraktiv für Anbieter und gleichzeitig unabhängig von Amazon. Ich empfehle, sich auf ein Gebiet zu spezialisieren, um auch für Leser interessant zu werden. Wenn Sie also gerne Taschenlampen testen (oder Schmuck, oder Mini-Drohnen, oder...), starten Sie doch mit Ihrem eigenen Blog. Wenn Sie bisher bei Amazon rezensiert haben, ist der Schritt gar nicht so groß. Mit Sicherheit haben Sie dann auch einige Kontakte zu Anbietern, denen Sie dann eine Alternative bieten können.

Auch dazu wird es hier demnächst weitere Infos geben, an dieser Stelle aber schon einmal ein paar Tipps:

Das am weitesten verbreitete System für Blogs ist sicherlich Wordpress. Damit ist man sicherlich sehr flexibel und kann seinen Webauftritt beliebig anpassen und erweitern. Gerade für Einsteiger bietet sich aber auch ein anfängerfreundliches Baukastensystem an. Das Blog, das Sie gerade lesen, wurde beispielsweise über Jimdo erstellt. Nach mehreren Monaten Nutzung bin ich damit sehr zufrieden. Es macht die Erstellung von Blogbeiträgen sehr einfach und hält den Wartungsaufwand auf einem Minimum. Zum Ausprobieren gibt es eine kostenlose Version. Möchte man eine eigene Webadresse haben (was sehr sinnvoll ist) bietet sich Jimdo Pro an, das für 60 Euro pro Jahr bezahlbar ist. Die Optimierung für Suchmaschinen läuft überwiegend unsichtbar im Hintergrund und man hat sogar die Möglichkeit einen eigenen Shop einzurichten, falls das irgendwann interessant werden sollte.

Schauen Sie sich Jimdo* also gerne einmal an.

Exklusiv für die Abonnenten der Insider-Infos wird es in Kürze einen Gutscheincode geben, mit dem man im ersten Jahr 20 % Rabatt erhält.

 

Wenn Sie weitere Ideen für Alternativen haben oder wenn Sie überzeugt sind, dass doch weiterhin Produkttests auf Amazon möglich sind, hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

 

* Affiliate-Link: Sollten Sie ein kostenpflichtiges Jimdo-Paket buchen, erhalte ich dafür eine Provision, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen. Ich habe mich bisher bewusst gegen Werbung auf diesem Blog entschieden, um unabhängige Informationen liefern zu können. Ich möchte auch in Zukunft keine Werbung machen um damit Geld zu verdienen. Da die Arbeit hier aber recht zeitintensiv ist, würde ich mittelfristig gerne die laufenden Kosten decken. Ich empfehle ausschließlich Produkte und Anbieter, von denen ich selber überzeugt bin.

 

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Kommentare: 20
  • #1

    Isabell (Dienstag, 22 November 2016 16:12)

    Hallo,
    ich habe eben ein Post in dem: Künftig keine kostenlosen Testprodukte mehr, geschrieben.

    Jetzt lese ich hier gerade doch die neuen Informationen über die ich nur gehört hatte, aber bisher noch nichts genaueres wusste.

    Du kannst mein Post ja gerne hier her verschieben, oder wie es am besten ist.

    Aber meine Fragen haben ich natürlich immer noch.
    Was mache ich jetzt mit den Rezensionen die ich noch abgeben soll? es sind bestimmt 5 oder 6 Stück. Die Produkte dafür habe ich schon erhalten.
    Es sind zum Teil Rezensionen für Händler aus FB Gruppen und eine ist für eine bekannte Produkttester Plattform, die kann ich natürlich selber anrufen und fragen wie mich verhalten soll.
    Aber was mache ich jetzt mit den anderen Rezensionen? was erkläre ich den Händlern?

    Danke
    MfG
    Isabell

  • #2

    Christian (Dienstag, 22 November 2016 16:16)

    Was du mit den bisherigen Produkten machen sollst, musst du selbst entscheiden. Da du sie vor Inkrafttreten der neuen Richtlinien bekommen hast, kannst du die Rezensionen vermutlich noch schreiben.
    Aber ich kann hier natürlich keine Gewähr geben.

  • #3

    Isabell (Dienstag, 22 November 2016 16:44)

    Ja das stimmt. Dann werde ich sie wohl noch abgeben.

    Also heisst das jetzt konkret das, man keine Rabatt codes mehr annehmen darf von Händlern und das Produkt, was man mit dem Rabattcode gekauft hat, nicht mehr rezensieren darf?

    Also Rezensieren ist nur noch erlaubt für Produkte die man selber für den vollen Preis gekauft hat, oder eben für Vine Mitglieder?

    ist das richtig so?

    Danke
    Gruß
    Isabell

  • #4

    Christian (Dienstag, 22 November 2016 17:48)

    So interpretiere ich die Absicht Amazons. Mit welchen Ideen die Tester-Portale nun ankommen - wenn überhaupt - bleibt abzuwarten.

  • #5

    Isabell (Dienstag, 22 November 2016 18:20)

    Darf ich den neuen Text von Amazon benutzen um ihn bei FB in einem Diskussions Tread über solche Themen, zu posten? oder falls nicht, wo kann ich den Text selber finden?
    Danke

  • #6

    Christian (Dienstag, 22 November 2016 18:55)

    Von mir aus gerne, alternativ kannst du auch zu diesem Blogeintrag verlinken.

  • #7

    Isabell (Dienstag, 22 November 2016 20:01)

    Wie mache ich das? wie verlinke ich das, sodas es direkt zu deinen Text ist?

  • #8

    Oliver (Dienstag, 22 November 2016 20:47)

    Echt schwierig und mühsam das Ganze. Hab auch Produkte im Wert mehrerer hundert Euro noch da, die ich noch nicht rezensiert habe, aber eine Rezension sicher erwartet wird.

    Weiß jetzt natürlich nicht ob oder wie...

  • #9

    Nadine (Dienstag, 22 November 2016 22:02)

    Herrjeh, ein ganz schönes Tamm Tamm.. Ich bin auch total verunsichert was ich mit den offenen Test mache bzw. ob ich noch den legendären Satz reinschreibe oder nicht. Zum Zeitpunkt der Bestellung waren es ja noch die alten Richtlinien...

  • #10

    Isabell (Dienstag, 22 November 2016 22:17)

    Ich habe eben noch 3 Rez hochgeladen, habe aber den Disclaimer so geschrieben: wurde mir im Rahmen eines Produkttests kostenlos/rabattiert und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Also mit dem Wort bedingungslos, erschien mir als Mittelweg. Rezensionen sind auch erschienen.
    Gruß Isa

  • #11

    @Reins (Dienstag, 22 November 2016 22:48)

    @Christian
    Danke für deinen ausführlichen Beitrag, ich lese deinen Blog sehr gerne.
    Allerdings würde ich hier nicht ganz so schwarz malen wie du.
    Wenn die Regeln für eine Couponvergabe nicht gegen die Amazonrichtlinien verstoßen, werden diese in Zukunft völlig legitim sein. Die bisherige Struktur der Portale muss sich dafür aber grundlegend ändern.

    Die Idee einen eigenen Blog zu starten ist, sofern man motiviert ist, eh eine gute Idee.

    Falls du lust hast könnte man sich ja kurzschließen und evtl. eine Rezensionsplattform starten, die die Produkte auf Amazon und anderen Seiten verlinkt, aber die Rezensionen selbst verwaltet. ;)

    @Isa
    Dein Amazonnutzerkonto ist deine persönlich Verantwortung. An deiner Stelle würde ich die Rezension zu den bereits erhaltenen Produkten nicht veröffentlichen und schon gar nicht mit einem Disclaimer. Damit verstößt du direkt gegen die neuen Richtlinien.

    Einige Portal haben auch schon die Rezensionspflicht rückwirkend entfernt.
    Darunter AMZstars.com und testberichte.reviews

    Große Platformen wie clubderprodukttester.de haben noch nicht reagiert.

  • #12

    neuling (Dienstag, 22 November 2016 22:58)

    Die neuen Richtlinien sind "online" und somit gültig.

    Der Club der Produkttester nimmt keine Bewerbung für Tests im Moment an, insofern haben die schon reagiert.

    Vorschlag für alle offenen Rezis:
    Absender anmailen und fragen, wie weiter zu verfahren sei, da eine Veröffentlichung auch direkt gegen die Händlerrichtlinien verstößt, und denen ja damit auch "Ärger " droht..
    Ich rechne bei vielen mit ".. behalten ..." und nichts schreiben..

    Problematisch wird eine eventuelle "Rückgabe" da dann die Gutscheine wieder "gültig" werden, insofern hätte man einen Vorteil ! Da also aufpassen !!!!

  • #13

    @Reins (Dienstag, 22 November 2016 23:12)

    @neuling

    Stimmt. Man kann aktuell auch keine Rezensionen auf clubderprodukttester.de einstellen.
    Das Portal ist sozusagen im Pausemodus und es sind Anpassungen für diese Woche angekündigt.

  • #14

    neuling (Dienstag, 22 November 2016 23:13)

    ...vermutlich wird bei amazon die Quote der Rückläufer steigen.,..
    (das verstößt doch nicht gegen die Richtlinien - oder ? )

    Also demnächst mehr Warehouse Deals ?

    Es sei jedem davon abgeraten, dies exzessiv zu machen:
    https://www.teltarif.de/amazon-konto-sperrung-insider-packt-aus/news/63803.html

  • #15

    @Reins (Dienstag, 22 November 2016 23:23)

    Rückläufer musst du genauer definieren. Rücksendungen: nach dem deutschen Recht (Stichworte: Widerrufsrecht, Gewährleistung, Garantie) ist eine begründete Rücksendung bei vielen Produkten innerhalb von 14 Tagen möglich.

    Bei Missbrauch (3 Hosen bestellen, 2 zurück senden) kann Amazon aber reagieren, v.a. wenn es häufiger vorkommt. Es gibt online Kleidungsshop, die damit kulanter umgehen, das geschieht aber auf freiwiller Basis um Kunden zu binden. Amazon braucht das als Marktführer nicht ;)

  • #16

    Christian (Mittwoch, 23 November 2016 09:20)

    @Reins
    Wenn Rezensionen nur noch freiwillig sind und die Portale keine Möglichkeit haben zu sehen wer eine Rezension hinterlassen hat und wer nicht und davon nicht die Vergabe weiterer Rabatte abhängig machen dürfen (ist ja nicht mehr erlaubt), wird die überwiegende Zahl der Leute sich über das billige Produkt freuen aber keine Bewertung mehr hinterlassen. Wie sollen die Portale dann noch die Anbieter überzeugen, die dafür ja zum großen Teil auch noch etwas bezahlen?

    Wenn ich mehr Zeit hätte, wäre das Rezensionsblog eine gute Idee. Im Moment möchte ich allerdings lieber anderen zeigen, wie sie so etwas aufbauen können. Denn nur so wird man letztlich relativ unabhängig.

  • #17

    Firefly (Mittwoch, 23 November 2016 10:26)

    Ich habe mich gestern, mit einem befreundeten Anwalt (allerdings Familienrecht), über das Thema unterhalten. Natürlich gab es viel "Juristengebabbel". Ich möchte mal das zusammenfassen, was ich verstanden habe und das ist ohne Gewähr.

    1. Nach US-Recht mag es ok sein, aber nach deutschem/europäischem Recht lehnt sich Amazon viel zu weit aus dem Fenster...und hat es schon vorher getan.

    2. Sie können in ihren Richtlinien alles regeln wollen, was auf ihrer Plattform passiert, aber auf keinen Fall Dinge, die außerhalb ablaufen.

    Beispiel:
    Amazon kann verhindern, das Testprodukte per Rabatt- oder Gutscheincode ausgetauscht werden. Sie können und dürfen aber nicht die direkte Zusendung untersagen.
    Amazon kann und darf nicht verhindern, dass diese Produkte dann auch rezensiert werden. Darauf haben sie keinen Daumen.

    Was Amazon tun könnte ist, nur noch Rezensionen zu dort gekauften Produkten zuzulassen. Dann hätten sie die volle Kontrolle, aber so lange das nicht passiert, sind sie in einer schwachen Position.

    Nach seiner Einschätzung darf man auf den ersten Rechtsstreit gespannt sein, der gute Chancen hat zu Ungunsten von Amazon auszugehen, wenn eines der Testerportale klagt.

    Schwierig ist, und da wusste er auch keine schlaue Antwort, was mit den Produkten passiert, die vor der Richtlinienänderung versendet, aber noch nicht rezensiert sind. Ich habe auch noch zwei Dinge auf Halde liegen. Hier klang sein Fazit eher nach einem "Finger weg!".

  • #18

    Felix (Mittwoch, 23 November 2016 22:15)

    Vorhin kam eine Mail vom Club der Produkttester. Die stellen es mir ein bisschen zu blumig dar?!

    wie Ihr vielleicht schon in Foren oder bei Mitbewerbern gelesen habt, gab es gestern eine Änderung der Rezensions-Richtlinien von Amazon.

    Nachdem Amazon in den USA bereits im Oktober seine Richtlinien hinsichtlich der Rezensionen durch Produkttester geändert hatte, haben viele unserer Tester und Kunden genau wie wir gespannt darauf gewartet, inwieweit Amazon eine Anpassung der Europäischen Richtlinien vornehmen würde. Wir sind froh, dass das Warten jetzt ein Ende hat.

    Was ändert sich?
    Anders als in den USA lässt Amazon in Europa weiterhin Rezensionen durch Produkttester zu, allerdings konkretisiert Amazon die Regeln dafür.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass Händler die Bewertungen durch Produkttester weder direkt noch indirekt beeinflussen dürfen und noch nicht einmal die Möglichkeit haben dürfen, Bewertungen direkt oder indirekt zu beeinflussen.

    Unsere Stellungnahme
    Für uns war es vom ersten Tag eine Selbstverständlichkeit, keinen Kontakt zwischen unseren Auftraggeber und Euch Testern zu ermöglichen, und unsere Systeme verhindern seit dem ersten Tag die Möglichkeit einer Einflussnahme. Dennoch müssen wir aufgrund der Vorgaben seitens Amazon ein paar kleine Änderungen an unserem System vornehmen.

    Änderungen
    Bitte habt Verständnis dafür, dass es einige Tage in Anspruch nehmen wird, bis wir Amazons Vorgaben zu 100 % umgesetzt haben. Solange werden keine neuen Tests für Euch veröffentlicht, Ihr könnt Euch nicht auf Tests bewerben und es werden keine weiteren Testexemplare an Euch verteilt. Auch die Abgabe einer Rezension ist derzeit nicht möglich. Sollte Euer Testzeitraum in der Zwischenzeit enden, wird dies selbstverständlich keine negativen Konsequenzen für Euch haben. Ihr könnt und müsst zur Zeit also gar nichts machen!

    Wir sind sehr bemüht, so schnell wie möglich wieder Tests für Euch anzubieten. In der Zwischenzeit werden wir natürlich weiterhin für Euch erreichbar sein. Habt bitte Verständnis, wenn die Beantwortung einer Mail etwas länger dauert. Wir arbeiten daran, die Änderungen schnellstmöglich durchzuführen und melden uns bei Euch, sobald es etwas Neues gibt.

  • #19

    @Reins (Freitag, 25 November 2016 00:17)

    @Felix

    Sie betrachten es meiner Ansicht nach relativ nüchtern, sind aber etwas unglücklich in der Formulierung. Das liegt aber wahrscheinlich auch an der unterschiedlichen Natur der einzelnen Portale, die wir unter einen Hut werfen.
    Beim Clubderprodukttester sind nur sehr wenige Anpassungen nötig.
    Warum?
    1. Händler haben keinen Kontakt zu Testern und keine Einsicht in Testerdaten.
    2. Händler haben nur kleinen Einfluss auf die Testerauswahl.

    Diesbezüglich sind sie also bereits jetzt schon Amazon konform (korrigiert mich, wenn ich falsch liege!)

    Was muss CdP also anpassen?
    Produkttests dürfen nicht mehr an ein Rangsystem gekoppelt sein. Sie müssen also das Punktesystem abschaffen und den Testerpool randomisieren und dürfen Tester maximal mit "flags" versehen (z.B. m/f oder Altersgruppen).

    #---------------------------------------------------->

    Alles in allem wird sich für uns Tester nicht viel ändern.

    1. Wir dürfen zukünftig nicht mehr erwähnen, dass es ein Testprodukt war.
    2. Wir müssen die Mail von Amazon abwarten, die nach unserer Meinung fragt.
    3. Ich vermute die Rabatte werden kleiner, da die Rücklaufquote um ca. 20 - 30 % sinken wird, da keine Pflicht mehr besteht -.-


  • #20

    neuling (Freitag, 25 November 2016 17:16)

    Vielleicht sind die Portale auch clever genug, sich auf zuverlässige Tester zu konzentrieren..
    - Je zuverlässiger die Tester (d.h. Test im Vordergrund und damit die Kundensicht)
    - je detaillierter das Feedback

    desto amazon-Richtlinien (und Kundenwunsch-)konformer werden die Rezessionen.
    Nur 5 Sterne und alles gut- Rezessionen sind echt ein Übles Problem ! für Alle !
    Wenn Alle das verstanden haben, funktioniert die Welt hier (die uns in diesem Blog zusammenführt) wieder..