Neue Regeln beim Club der Produkttester

Werden jetzt auch in Deutschland Rabattcode-Tester gesperrt?

Club der Produkttester

Wer diese Seite verfolgt weiß, dass ich den Club der Produkttester als eines der besten Portale empfehle. Wenn man die Aufnahmekriterien erfüllt (mindestens zehn Rezensionen, verständlich geschrieben und die älteste mindestens ein Jahr alt), hat man die Möglichkeit, sich auf eine große Auswahl an Produkten zu bewerben, die man stets kostenlos erhält. Darunter sind immer wieder auch teurere Artikel, beispielsweise hochwertige Fernseher. Man hat dreißig Tage Zeit, seine Bewertung abzugeben und durch ein Punktesystem werden zuverlässige Tester belohnt.

In letzter Zeit haben mich allerdings Meldungen von Testern erreicht, die sich beim Club der Produkttester anmelden wollten und denen gesagt wurde, dass man sie nur aufnehmen würde, wenn sie im Gegenzug darauf verzichten, über andere Portale Produkte gegen Rabattcodes zu testen.

Ist das Teil einer Strategie gegen die Konkurrenz, über die gemutmaßt wird, oder dient es gar dem Schutz der Tester vor Sperrungen durch Amazon, wie sie in den USA schon seit letztem Jahr stark zugenommen haben? Ich habe beim Club der Produkttester nachgefragt.

 

Die Gründe für die neuen Regeln

Nachdem mir zunächst bereitwillig per Email und telefonisch Auskunft gegeben wurde, wollte man hinterher dann doch nicht zitiert werden. An dieser Stelle sollte eigentlich ein kleines Interview stehen in dem ich dem Club die Chance geben wollte, die Gründe transparent zu machen.

 

Daher fasse ich an dieser Stelle lediglich ein paar der Informationen zusammen, denn ich finde die Gründe durchaus nachvollziehbar. Diese Informationen wurden darüber hinaus auch schon an andere Tester geschickt.

 

Es wurden wohl vermehrt Tester von Amazon gesperrt. Als Gemeinsamkeit will man erkannt haben, dass diese andere Produkte mit Rabattcodes getestet hatten. Natürlich sollen die beim Club angemeldeten Tester auch eine Rezension verfassen können, deshalb soll das Risiko einer Sperrung minimiert werden.

Man befürwortet die direkte Zusendung von Produkten anstelle von Rabattcodes, auch über andere Seiten.

 

Ein Problem von Rabattcodes könnte sein, dass darüber das Produktranking beeinflusst werden könnte. Leider hält sich Amazon sehr bedeckt, was denn nun genau erlaubt ist und was nicht.

 

Im Moment betreffen diese Änderungen nur neue Tester, doch auch die bestehenden Tester könnten demnächst ein entsprechendes Angebot erhalten. Wie das konkret aussehen könnte, ist noch nicht bekannt.

 

Etwas kritischer sehe ich die gegenüber manchen Testern geäußerte Aufforderung, nicht nur in Zukunft auf den Einsatz von Rabattcodes zu verzichten, sondern auch alle bisherigen darüber erstellten Rezensionen zu löschen. Solche Löschaktionen im großen Stil sind sicherlich nicht im Interesse Amazons und schon gar nicht im Interesse der Verkäufer, die einem diese Testprodukte zur Verfügung gestellt haben. Einer solchen Aufforderung sollte man also eher nicht nachkommen.

 

Eine Einschätzung für Tester

Fest steht, dass es auf der amerikanischen Amazon-Seite im letzten Jahr zu genau diesen Sperrungen von Rezensenten kam. Auch dort war die Gemeinsamkeit, dass es sich in der überwiegenden Mehrzahl um Tester handelte, die Produkte über Rabattcodes bezogen hatten und die sich vermeintlich an Amazons Richtlinien gehalten hatten.

Leider kommuniziert Amazon über die öffentlichen Richtlinien hinaus nicht konkret, wo genau das Problem liegt und welches Verhalten unerwünscht ist.

Der Amazon Kundensupport hat mir vor einiger Zeit ein paar Fragen beantwortet, was erlaubt ist und was nicht. Diese Antworten sind im Insider-Bereich verfügbar, für Abonnenten der Insider-Infos. Danach sollte es kein Problem sein, per Rabattcode erhaltene Produkte zu rezensieren, solange der Rabatt vorher gewährt wird und nicht im Nachhinein. Anscheinend ist es aber doch in manchen Fällen problematisch, wie der Blick in die USA zeigt und wie es anscheinend jetzt auch in Deutschland anfängt.

So lange das so ist, sollte man sich als Tester bemühen, sich zumindest genau an die Regeln zu halten und seine eigene Integrität immer wieder zu hinterfragen. Was man vermeiden sollte, um gesperrt zu werden, habe ich bereits in diesem Beitrag zusammengefasst. Wenn ich konkretere Anhaltspunkte für die erfolgten Sperrungen erfahre, werde ich sie dort ergänzen.

 

Sollte man als neuer Tester auf das Angebot des Clubs der Produkttester eingehen? Wenn man bisher wenig andere Angebote bekommt und auf Nummer sicher gehen möchte, indem man auf Rabattcodes komplett verzichtet, kann man sich gerne darauf einlassen.

Viele Tester erhalten jedoch direkte Anfragen von Verkäufern oder erwerben Testprodukte über diverse Tester-Portale. Die meisten arbeiten dabei mit Rabattcodes. Man reduziert dadurch also das Angebot erheblich. Solange die offizielle Aussage von Amazon lautet, Rabattcodes sind prinzipiell in Ordnung, sollte man sich es also gut überlegen.

 

Weitere Fragen zu dem Thema können gerne als Kommentar gestellt werden. Ich werde versuchen sie zu beantworten oder eventuell weiterzuleiten.

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Florian (Mittwoch, 13 Juli 2016 08:03)

    Hi Christian, wie viele Produkte kannst Du im Monat bei CDP erwerben? Ich denke viele wollen bei den kostenlosen Gruppen mitmachen, weil sie dort täglich verschiedene Produkte zur Auswahl haben und sich da nicht einschränken lassen wollen. Wenn man bei CDP täglich ebenfalls viele verschiedene Produkte zur Auswahl hat und auch eine sichere Chance da etwas abzustauben, macht es für einige eventuell Sinn.

  • #2

    Christian (Mittwoch, 13 Juli 2016 12:33)

    Man kann bis zu drei Produkte gleichzeitig testen und hat dafür jeweils 30 Tage Zeit. Wenn man sich für ein viertes bewerben möchte, muss man erst eine Rezension für einen laufenden Test einreichen und ihn damit abschließen.
    Ich fand die Produktauswahl bisher recht gut und vor allem ist es stets kostenlos. Man braucht allerdings auch etwas Glück um ausgewählt zu werden. Wer mehrere Produkte täglich testen möchten, für den ist das nichts. Viel mehr als 1-2 pro Woche sind meiner Meinung nach nicht drin und auch das nur in Ausnahmefällen.

  • #3

    frank (Dienstag, 26 Juli 2016)

    Es wird ausgelost.. je nach erfolgten Rezensionen gibt es Punkte und je mehr Punkte "umsomehr Lose"..

    So kann jemand, der schon 1,5 Jahre dabei ist, laufend abgelehnt werden, während Gustav Gans im Glück laufend etwas bekommt.

    Die Qualität der Rezensionen scheint nicht entscheidend zu sein. Aber wenigstens kann man irgendwann mal mit was rechnen....obwohl ich aus Erfahrung weiß, dass es schon sehr quälend ist, wochenlang abgelehnt zu werden..
    Im Vine von Amazon ist es eh reine Glückssache aufgenommen zu werden. Und bei der bestehenden Taktik der Konkurrenzrezensenten, einen mit "nicht hilfreich" klicks im Rang wieder aus der Konkurrenz zu werfen, hat man als legaler und faierer Rezensent eh kaum ne Chance.

  • #4

    Was ein Stress (Dienstag, 26 Juli 2016 14:56)

    Das mit den NH-Klicks finde ich auch brutal lästig. Aber es gibt halt Menschen, die viel Zeit investieren, die Mühe anderer zu ihrem eigenen Vorteil zu zerstören. Man muss es einfach akzeptieren und weitermachen. Wenn der Spaß verloren geht, muss man aufhören. Aber so weit bin ich noch nicht.

    Mich stört auch massiv, dass mir immer wieder auffällt, dass Produkte, die mir angeboten werden, von ebenfalls bekannten Testern bewertet werden, allerdings oftmals ohne den Hinweis, dass das Produkt rabattiert war. Hat jemand damit Erfahrung? Warum wird das von Amazon offenbar nicht geahndet?

    Gruß

  • #5

    frank (Donnerstag, 25 August 2016 07:41)

    "Mich stört auch massiv, dass mir immer wieder auffällt, dass Produkte, die mir angeboten werden, von ebenfalls bekannten Testern bewertet werden, allerdings oftmals ohne den Hinweis, dass das Produkt rabattiert war. Hat jemand damit Erfahrung? Warum wird das von Amazon offenbar nicht geahndet?"

    Weil es amazon zum einem egal ist und zum anderen, weil die gar nicht die Kapazitäten haben werden, dies zu prüfen.

    Aber selbst auf offensichtliche nicht ganz korrekte Bewertungen oder "hilfreich Booster" reagiert amazon leider nur mir Phrasen und tut rein gar nichts. Hatte mehrere Male dort was gemeldet, bis auf vorformulierte Standardantworten geschah bei amazon leider nichts. Das verleidet es einem schon sehr... Aber was will man machen.. amazon meiden? nichts mehr bewerten ? Besser wäre es.... nur hat amazon halt ne gewisse Marktstellung und kann mitunter gute Preise bieten, zumal die Rückgabeoptionen bei defekten Artikeln eben auch 1,5 Jahre nach Kauf problemlos packen, wenn man direkt bei amazon gekauft hat.

    Dass sich das Unternehmen dies anscheinend mit den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter/innen erkauft, wird oft diskutiert.

    Ich bin sehr gerne bereit bei einem kleinen Händler vor Ort auch für etwas mehr Geld einzukaufen, doch wenn ich 7 Monate nach Kauf eines Elektroartikels dann erhebliche Probleme bei der "Gewährleistung" habe, frage ich mich warum, warum teuerer für weniger Service einkaufen..

    CLub der Produkttester ist eigentlich ok, hat nur eben den riesiegen Demotivationsfaktor "Auswahl des Testers" .. Ein Los ist ein Los.. und selbst hohe Punktzahlen sichern keinerlei Produkt.. Auswertungen der Rezensionen gibt es anscheinend nicht und es entscheidet eben das Glück.. Und wenn man bei 20 Artikeln, die man selber super testen könnte, hintereinander keinen Zuschlag erhält und dann schaut, was für "Rezensionen" hierfür in Amazon mit dem Hinweis "Produkttest" erstelt wuden, könnte man schon ein Bäuerchen mit Inhalt machen *ggg*

  • #6

    Firefly (Mittwoch, 07 September 2016 11:16)

    Frage ist für mich, soll man auf alle Rabattcodes verzichten oder nur auf Codes, die man von anderen, konkurierenden Plattformen erhalten hat?
    Der Verzicht auf alle Rabattcodes kann nur ein schlechter Scherz sein. Ich bekomme pro Woche zwischen 100 und 250 Testangebote, davon sicher über 90% per Rabatt- oder Aktionscode.
    Beim Club wird es hingegen immer schwieriger. Früher konnte man durchaus einmal 2-3 Produkte pro Woche testen und die Rezensionen wurden auch flott bestätigt. In letzter Zeit kann ich froh sein, alle 2 Wochen mal ein Billigteil zu bekommen, das sonst keiner will und die Bestätigung der Rezension muss ich ständig anmahnen.
    Das einzige, was damit erreicht wird ist, dass man sich die TOP-Rezensenten dauerhaft vergrault, denn der Club ist keine wirkliche Alternative zum Direktkontakt mit Herstellern und Händlern.
    Auch für einen Neueinsteiger ist der Club dann nur auf den ersten Blick attraktiv. Auf lange Sicht verzichtet man auf eine Menge lohnender Testprodukte.

  • #7

    Christian (Mittwoch, 07 September 2016 11:23)

    Hallo Firefly,
    ich stimme dir zu. Wenn man auf alle Rabattcodes verzichten soll, lohnt sich das in der Regel nicht. Bisher wurden meines Wissens noch keine bestehenden Mitglieder dazu aufgefordert. Vermutlich ist klar, dass sich dann ein Großteil abmelden würde.
    Rabattcodes sind laut Amazon-Richtlinien erlaubt. Auf Nachfrage erhält man auch die Auskunft, dass Geschenkgutscheine ebenfalls erlaubt sind, solange man sie nicht nachträglich erhält und wenn sie vom Wert her nicht höher sind als der Preis des Produkts. Trotzdem sind Geschenkgutscheine ein Graubereich und sorgen immer wieder für Missverständnisse und Probleme, weshalb ich davon abrate.
    Gruß, Christian

  • #8

    Firefly (Mittwoch, 07 September 2016 11:32)

    Ja, die Geschenkgutscheine sind ein heißes Thema, auf das ich durch Deinen Artikel überhaupt erst aufmerksam wurde. Danke Dafür.
    Tatsächlich gab es das erst zwei Mal. Einen hatte ich am Anfang meiner "Testerkarriere" und den anderen erst kürzlich. Bei dem war der Betrag auch höher, als der Kaufpreis. Mein Chinesischer Counterpart hatte keinerlei Verständnis dafür. Der Test kam nicht zustande.
    So selten, wie es vorkommt, denke ich aber, dass die meisten Anbieter das Problem auch erkannt haben.

  • #9

    harry (Montag, 12 September 2016 17:32)

    CdP

    1-2 mal wöchentlich testen..

  • #10

    harry (Freitag, 30 September 2016 16:32)

    20 Bewerbungen und 20 Ablehnungen. Dreistellige Punktzahl. Keine Chance.

    Ich kann euch mit Kabel und Folie zu....

    Die guten Produkte kriegen wohl andere. Ist reines glück..

    Was gibt's für alternatien zu cdp.. ich ärgere mich schon ziemlich. An Vine ist eh nicht zu denken..

    Wer hat nen Tipp

  • #11

    mod80 (Freitag, 30 September 2016 23:06)

    Hab mich vor einiger Zeit bei CdP angemeldet und wurde auch aufgenommen.

    Meine ersten 2 Bewerbungen für Produkttests wurden sofort angenommen . Seitdem nur noch Ablehnungen...

    Sehe da momentan nicht wirklich nen Sinn aber ich bleib mal noch ne Weile dran...

  • #12

    Christian K. (Mittwoch, 09 November 2016 12:41)

    mir tut es leid wenn ich Heute zum Teil die Bewertungen anschaue von den Produkt Testern.Man merkt häufig das Sie nicht sauber sind und manchmal so aussieht dem
    Hersteller zu helfen ,obwohl das Produkt nichts taugt. Bin selber schon paarmal drauf rein gefallen. Ich genieße Sie mit Vorsicht die Bewertungen oder Beschreibungen.
    ( habe dieses mal Dienstlich gemacht und ich weiß wie viele Unternehmen was versprochen haben und es nachher nicht funktionierte, darunter waren alles Bekannte Namen).
    Man sollte eine Unabhängige Seite aufmachen und nur private Kommentare zulassen,
    dann würde man auch wieder vertrauen haben. Zudem wird ja auch häufig den Kunden
    suggeriet das Produkt wäre Top mit einem Stiftung Warentest Aufkleber , der meistens dann schon paar Jahre alt ist und man sich fragt soll man nicht direkt das Produkt aus China kaufen und nach paar Jahren weg schmeißen.


  • #13

    Christian (Mittwoch, 09 November 2016 12:55)

    Hallo Christian,
    ich bin ganz deiner Meinung und wenn du mein Blog aufmerksam liest wirst du merken, dass ich darauf auch immer hinweise. Vor allem ist das sehr kurzsichtig gedacht. Vertrauen kann nur entstehen, wenn man ehrlich bewertet. Wenn die Kunden den Rezensionen nicht mehr vertrauen können, muss Amazon die Reißleine ziehen, wie gerade in den USA geschehen, wo Testprodukte im Austausch für eine Rezension nicht mehr erlaubt sind.
    Gruß
    Christian