Riskieren Sie Ihren Amazon-Account?

Die schnellsten Wege als Rezensent gesperrt zu werden

Frustrierter Amazon Produkttester

Ein Hauptthema dieses Blogs ist, wie man gute Rezensionen schreibt. Dafür gibt es viele Gründe. Gute Rezensionen sind wichtig, weil andere Kunden ihre Kaufentscheidung davon abhängig machen. Sie sind wichtig, weil Sie als Produkttester von deren Vertrauen leben. Gute Rezensionen sind außerdem der einzige Weg, zu einem Top-Rezensenten zu werden und davon hängt am Ende auch ab, welche Produkte Sie testen dürfen.

Wenn Sie sich nicht an die Regeln halten, riskieren Sie aber noch viel mehr. Wie wäre es, wenn Sie sich morgens einloggen und alle Ihre Amazon-Rezensionen sind verschwunden, sie dürfen keine neuen mehr schreiben oder ihr ganzer Account ist gesperrt, inklusive Prime-Vorteilen? Wenn das eine Horror-Vorstellung ist, dann lesen Sie weiter, denn vielleicht verstoßen Sie gegen manche Regeln ohne dass Sie es wissen.

 

*Update* Amazon hat die Rezensionsrichtlinien geändert mit Auswirkungen für Produkttester. Mehr dazu in diesem Beitrag.

 

Amazon geht gegen falsche Accounts vor

Amazon ist ein riesiger Marktplatz und wie überall tummeln sich auch dort schwarze Schafe. Von guten Rezensionen hängt für die Verkäufer so viel ab, dass täglich Accounts eingerichtet werden, die nur ein Ziel haben: Rezensionen zu fälschen und zu manipulieren. Amazon verfolgt diese falschen Accounts und löscht sie. Dabei können Sie als vermeintlich unschuldiger Rezensent schneller unter die Räder kommen, als Ihnen lieb sein kann. Dazu muss man nur einen kurzen Blick über den großen Teich werfen. In den USA wurden seit 2015 bei Amazon.com hunderte Rezensenten alleine unter den Top 10000 gesperrt.

Amazon benutzt unter anderem spezielle Software um gefälschte Rezensionen zu erkennen. Diese Algorithmen schlagen unter anderem in diesen Fällen Alarm:

  • Verdächtige Verbindungen zwischen Verkäufern und Rezensenten
  • Mehrere Accounts mit der selben Postanschrift oder die über die selbe Internetverbindung Rezensionen schreiben
  • Ungewöhnlich viele positive oder negative Rezensionen
  • Ungewöhnliches Verhalten beim Verteilen der "hilfreich"- und "nicht hilfreich"-Klicks
  • Fehlende oder unvollständige Hinweise, dass man ein Produkt kostenlos oder vergünstigt zum Testen erhalten hat
  • Rezensieren eines Produkts für die ein Verkäufer eine sehr große Anzahl an Rabattcodes vergeben hat

Diese Liste ist nicht vollständig, Amazon gibt hierzu nur wenige Details bekannt.

 

Was man auf keinen Fall tun sollte

Im Folgenden gebe ich Ihnen einige Hinweise, was man auf jeden Fall vermeiden und wie man stattdessen vorgehen sollte. Übrigens, wenn Sie bisher einige dieser Dinge nicht beachtet haben und Ihnen nichts passiert ist, sollten Sie sich nicht zu sicher fühlen. In den USA haben viele Rezensenten eine böse Überraschung erlebt und in Deutschland kann das genauso passieren.

 

 

Testprodukte nicht oder nicht ausreichend kennzeichnen

 

Was Sie nicht tun sollten: Sie möchten nicht, dass andere Ihre Rezension aus Neid als nicht hilfreich bewerten, deshalb verschweigen Sie in Ihrer Rezension , dass Sie das Produkt kostenlos oder preisreduziert erhalten haben im Austausch für eine Rezension. Man sieht es leider immer wieder, auch bei den Top-Rezensenten, dass dieser Hinweis fehlt. Dabei ist das eine der wenigen Regeln, die man unmittelbar in den Amazon-Rezensionsrichtlinien nachlesen kann. Wenn Sie das Produkt über Amazon bestellt und dabei einen Rabattcode eingesetzt haben, ist es für Amazon ein leichtes, dies zu erkennen. Aber auch wenn Sie ein Produkt direkt zugeschickt bekommen haben, wird es verdächtig, wenn Sie viele Rezensionen schreiben und keines davon kennzeichnen. Wenn Sie das tun, riskieren Sie zumindest eine Löschung Ihrer Rezension oder gar eine Sperrung Ihres Accounts.

Verstecken Sie den Hinweis auch nicht mitten in Ihrer Rezension, z.B. so: "Die Handytasche gefällt mir sehr gut und ich bin froh, dass ich sie kostenlos testen konnte, denn so...". Schreiben Sie auch nicht nur, dass Sie ein Produkt im Austausch für eine Rezension erhalten haben. Sie müssen deutlich machen, dass das Produkt für Sie kostenlos oder vergünstigt war.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Bringen Sie gut sichtbar einen Hinweis unter, der zum Beispiel so aussehen kann: "Ich habe dieses Produkt kostenlos [preisreduziert] erhalten im Austausch für eine unvoreingenommene Rezension." Setzen Sie diesen Satz an den Anfang oder ans Ende Ihrer Rezension. Ich empfehle den Satz zum Schluss. 

 

 

Eine Rezension schreiben, bevor Sie ein Produkt erhalten und ausreichend getestet haben

 

Was Sie nicht tun sollten: Eigentlich ist es selbstverständlich. Sie bezeichnen sich als Produkttester und genau das sollten Sie auch tun. Aber wahrscheinlich wären Sie überrascht, wie viele "Tester" es gibt, denen es nur darum geht, ein Produkt zu erhalten und für die der eigentliche Teil, das Testen und Rezensieren, eine Nebenrolle spielt. Ein absolutes No-go ist, eine Rezension zu schreiben, bevor Sie ein Produkt überhaupt in der Hand halten. Machen Sie das nie. Auch nicht für die zehnte Handyhülle oder den fünften Kopfhörer. Wenn Sie das Produkt über Amazon bestellt haben, fällt es sofort auf, wenn Sie Ihre Rezension schreiben bevor der Artikel als "zugestellt" gekennzeichnet ist.

Lassen Sie das Produkt nicht eingepackt, um es anschließend zu verkaufen.

Rezensieren Sie ein Produkt aber auch nicht, wenn Sie nicht genügend Zeit dafür hatten. Können Sie wirklich die Wirkung einer Hautcreme oder eines Nahrungsergänzungsmittels nach zwei Tagen Benutzung beurteilen?

Geben Sie das Produkt nicht einem Freund, lassen sich dann berichten und schreiben daraufhin Ihre Rezension. Sie sind der Tester, niemand anderer.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Warten Sie immer, bis Sie ein Produkt erhalten haben. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, dieses Produkt zu testen. Belügen Sie sich nicht selbst, indem Sie ein dickes Buch nach den ersten zehn Seiten oder eine Creme nach zwei Tagen bewerten. Testen Sie ein Produkt so, wie es auch ein normaler Kunde tun würde. Zeigen Sie immer Fotos oder ein Video von dem Produkt im Einsatz. Benutzen Sie ein Produkt wenn möglich nach Ihrer Bewertung weiter und ergänzen Sie Ihre Rezension um Langzeiterfahrungen falls nötig.

Testen Sie das Produkt persönlich. Einzige Ausnahme könnte der direkte Familienkreis sein, wenn Sie die volle Kontrolle über den Test haben und das Produkt dadurch im Einsatz selbst beurteilen können.

 

 

Ausschließlich positive Bewertungen vergeben

 

Was Sie nicht tun sollten: Sie werden für Amazons Algorithmen sehr auffällig, wenn Sie ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen vergeben. Auch wenn ich bereits darauf eingegangen bin, wie Sie Produkte so auswählen, dass Sie möglichst wenig schlechte erhalten, ist es unrealistisch anzunehmen, dass Sie nur absolut überzeugende Artikel testen werden. Sehr schlecht ist es auch, wenn der Text und Ihre Bewertung nicht zusammenpassen. Wenn Sie also fünf Sterne vergeben, in Ihrer Rezension aber eine lange Mängelliste aufzählen.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Bewerten Sie ehrlich. Bewerten Sie so, wie Sie es auch machen würden, wenn Sie das Produkt als normaler Kunde zum vollen Preis gekauft hätten. Sie dürfen den Preis dabei natürlich gerne in Ihre Bewertung einbeziehen. Ein Kopfhörer für 15 Euro verdient sich eher eine sehr gute Bewertung auch bei kleineren Mängeln als ein Kopfhörer für 150 Euro. Verschweigen Sie aber nichts, sondern überlassen Sie es den anderen Kunden zu entscheiden, ob sie für den Preis bereit sind, ein paar Nachteile in Kauf zu nehmen.

 

 

Ein Produkt positiv bewerten, weil Sie der Verkäufer dazu aufgefordert hat

 

Was Sie nicht tun sollten: Sie sind dankbar dafür, ein Produkt kostenlos erhalten zu haben und möchten vom selben Anbieter gerne auch weiterhin Testangebote erhalten. Deshalb "übersehen" sie ein paar Mängel und geben dem mittelmäßigen Produkt die Bestbewertung.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Kontaktieren Sie bei einem Problem mit dem Produkt gerne zuerst den Verkäufer. Lassen Sie sich aber nicht darauf ein, eine positive Rezension zu schreiben, wenn das nicht dem Produkt entspricht. Andere Kunden kaufen dieses Produkt auch wegen Ihrer Bewertung, seien Sie fair. Wenn der Verkäufer von vornherein eine Fünf-Sterne-Bewertung von Ihnen verlangt, lassen Sie sich auf keinen Fall darauf ein. Sie können den Verkäufer sogar bei Amazon melden, weil das einen direkten Verstoß darstellt.

 

 

Eine negative Rezension auf Bitten des Verkäufers nicht veröffentlichen oder zurücknehmen

 

Was Sie nicht tun sollten: Sie haben den obigen Tipp befolgt und Ihre negative Rezension veröffentlicht. Der Verkäufer kontaktiert Sie daraufhin und bittet Sie die Rezension zu löschen, denn er hat das Produkt bereits überarbeitet und die verbesserte Version ersetzt das Produkt bald. Sie sind so nett und löschen Ihre Rezension.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Lassen Sie Ihre Rezension stehen. Im Zweifelsfall ändert der Verkäufer nämlich gar nichts, sondern verkauft sein Produkt genau so weiter und der Bewertungsschnitt ist jetzt besser. Bieten Sie dem Verkäufer an, Ihnen das verbesserte Produkt erneut zuzuschicken, so dass Sie es noch einmal testen können. Wenn es tatsächlich besser geworden ist, passen Sie Ihre Rezension an. Nicht vorher.

 

 

Rezensionen kopieren

 

Was Sie nicht tun sollten: Irgendwie ist das Produkt doch komplizierter, als Sie gedacht haben. Die Anleitung ist außerdem nur auf Englisch. Dazu haben Sie gerade nicht so viel Zeit. Aber es gibt ja zum Glück schon einige andere Rezensionen aus denen man ein paar gute Sätze nehmen kann.

Haben Sie nicht neulich schon einmal einen ähnlichen Kopfhörer rezensiert? So unterschiedlich sind die Produkte ja nicht, also kopieren Sie den Text einfach.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Schreiben Sie Ihre Rezensionen immer komplett selbst. Wenn Sie leicht in Versuchung geraten, dann schauen Sie sich die anderen Rezensionen am besten vorher gar nicht an. Ansonsten spricht gegen das Anschauen nichts, denn vielleicht werden Sie dadurch auf einige Punkte aufmerksam, die Sie in Ihren eigenen Test einbeziehen können. Kopierte Rezensionen zu entdecken geht heute automatisch, spätestens wenn ein anderer Rezensent Sie meldet, können Sie mit der Löschung rechnen.

Kopieren Sie sich auch nicht selbst. Jedes neue Produkt braucht eine neue Rezension. Einzige Ausnahme ist, wenn Sie zwei ähnliche Produkte zusammen testen und miteinander vergleichen. Dann können Sie einzelne Sätze übernehmen, die Unterschiede aber separat beschreiben.

 

 

Andere Rezensionen bewerten für Verkäufer oder sich selbst

 

Was Sie nicht tun sollten: Ein netter Verkäufer bittet Sie, die anderen positiven Rezensionen eines Produkts als hilfreich zu bewerten oder die negativen als nicht hilfreich. Weil es ja nicht schaden kann und Sie selbst dadurch wohl auch ein paar Extra-Bewertungen kriegen, lassen Sie sich darauf ein.

Oder: Ihre Rezension hat noch nicht genügend hilfreich-Bewertungen und über Ihnen stehen andere Rezensionen. Dabei ist Ihre doch so viel besser. Sie bewerten die anderen Rezensionen als nicht hilfreich, um nach oben zu rücken.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Amazon sucht besonders nach auffälligen Verbindungen zwischen Verkäufern und Rezensenten. Sie sollten auf jeden Fall vermeiden, dass Sie sich hier verdächtig machen. Am besten bewerten Sie grundsätzlich überhaupt keine anderen Rezensionen zu Produkten, die Sie selbst rezensiert haben oder andere Produkte eines Verkäufers, von dem Sie schon einmal oder mehrere Male ein Produkt zum Testen erhalten haben.

Bewerten Sie andere Rezensionen nicht als nicht hilfreich für Ihren eigenen Vorteil oder weil Sie einen bestimmten Rezensenten nicht mögen. Das setzt Sie ganz oben auf die Liste der System-Manipulierer. Und gegen die geht Amazon verstärkt vor.

 

 

Sich auf eine nachträgliche Erstattung einlassen

 

Was Sie nicht tun sollten: Ein Verkäufer bietet Ihnen an, dass Sie das Produkt zum vollen Preis kaufen und Sie erhalten anschließend eine Erstattung per Überweisung, PayPal oder Amazon-Gutschein. Kostenlos ist kostenlos, deshalb sagen Sie zu.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Der Verkäufer macht das deshalb, damit Ihre Rezension als "verifizierter Kauf" gekennzeichnet wird. Amazon hat sein System kürzlich so umgestellt, dass diese Kennzeichnung nur noch dann auftaucht, wenn jemand den vollen Preis bezahlt oder einen handelsüblichen Rabatt erhalten hat. Wenn Sie ein Produkt kostenlos erhalten haben oder mit mehr als 50 % Rabatt, sollte dies nicht mehr auftauchen. Ein Grund ist, dass Verkäufer ihr Produkt sonst nämlich in den Bestsellerlisten nach oben pushen könnten, indem Sie massenweise Rabattcodes verteilen. Ich begrüße diese Änderung, denn wirklich gekauft hat man ein Testprodukt ja in der Regel nicht.

Seien Sie vorsichtig, denn auch wenn der Händler Ihnen statt eines Rabattcodes für ein bestimmtes Produkt einen allgemeinen Amazon-Gutschein gibt, ist das gegen die Regeln.

Zum Thema Geschenkgutscheine gibt es einen neuen Blogbeitrag mit aktuellen Informationen.

 

 

Um "Hilfreich"-Bewertung oder einen Kommentar bitten

 

Was Sie nicht tun sollten: Sie haben sich viel Mühe gegeben mit Ihrer Rezension und möchten, dass andere diese als hilfreich markieren. Eine kleine Bitte am Ende schadet da doch nicht, oder?

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Bis vor kurzem stand es noch in den Amazon-Richtlinien, dass Sie nicht um hilfreich-Bewertungen oder einen Kommentar bitten dürfen. Amazon hat diesen Punkt aus Gründen der Übersichtlichkeit gestrichen, er gilt aber weiterhin. Solche Bitten werden in Zukunft automatisch aus der Rezension gelöscht. Schreiben Sie gute Rezensionen und andere Kunden werden von alleine für Sie stimmen. Schreiben Sie auch nicht so etwas wie "Ich hoffe meine Rezension war für Sie hilfreich." Ein solcher Satz kann sogar dazu führen, dass andere Kunden Ihre Rezension erst recht als nicht hilfreich bewerten. Es ist also in Ihrem eigenen Interesse.

 

 

Eigene Rezensionen löschen

 

Was Sie nicht tun sollten: Eine oder mehrere Ihrer Rezensionen haben mehr nicht hilfreich als hilfreich Bewertungen. Um Ihre "Prozent hilfreich" aufzubessern, löschen Sie diese Rezensionen.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Auch wenn Sie vielleicht gute Gründe haben und die negativen Bewertungen Ihrer Rezension nicht gerechtfertigt sind, löschen Sie keine alten Rezensionen. Es könnte passieren, dass Amazon denkt, Sie möchten Ihr Ranking manipulieren.

 

 

Ausschließlich Produkte mit Rabattcodes rezensieren

 

Was Sie nicht tun sollen: Für Testprodukte müssen Sie immer eine Rezension schreiben, da haben Sie keine Lust mehr, auch noch Rezensionen für Ihre eigenen Käufe zu schreiben.

 

Was Sie stattdessen tun sollten: Auch wenn es offiziell nicht verboten ist, erhöhen Sie damit doch das Risiko, dass Sie als Rezensent gesehen werden, der für die Verkäufer arbeitet. Schreiben Sie also gelegentlich auch eine Rezension über Ihre anderen Produkte, die Sie bei Amazon kaufen. Ein großer Vorteil ist, dass Sie dabei auf niemanden Rücksicht nehmen müssen und Ihre Fähigkeiten trainieren können, ehrliche und hilfreiche Rezensionen zu schreiben.

 

 

Und noch dieses

  • Erstellen und nutzen Sie niemals mehr als einen einzigen Amazon-Account. Aus welchen Gründen auch immer.
  • Akzeptieren Sie niemals eine Bezahlung, in welcher Form auch immer, für Ihre Rezension.
  • Ändern oder löschen Sie nicht Ihre Rezension, wenn der Verkäufer Ihnen eine Erstattung anbietet. Sie können den Verkäufer dafür gut bewerten, aber am Produkt ändert das nichts.

 

 

Erfahrungen von Amazon.com-Rezensenten

 

Die überwiegende Mehrzahl der Rezensenten, die von Amazon.com gesperrt wurden, waren Rezensenten, die Rabattcodes für Produkte zum Testen bekommen haben. Als Produkttester haben Sie hier also ein bedeutend größeres Risiko. Um so mehr müssen Sie sich bemühen, die Regeln penibel einzuhalten. Gerade wenn Sie sich über lange Zeit einen Platz unter den Top-Rezensenten erarbeitet haben, haben Sie viel zu verlieren. Genau das ist hunderten Rezensenten seit letztem Jahr passiert.

Forum-Nutzer dort haben sich die Mühe gemacht, wahrscheinliche Gründe für den Ausschluss zu finden, da Amazon selbst sich bedeckt hält. Sie sind besonders in Gefahr wenn Sie:

  • Produkte eines Händlers rezensiert haben, der eine ungewöhnlich hohe Zahl an Rabattcodes verteilt hat
  • einem Link zum Produktsortiment eines Verkäufers gefolgt sind, der Suchbegriffe enthielt und der nicht nur auf ein bestimmtes Produkt verweist (über dessen ASIN-Nummer)
  • auf Verlangen eines Verkäufers Produkte auf Ihren Amazon-Wunschzettel gesetzt haben
  • auf Verlangen eines Verkäufers positive Rezensionen als hilfreich und negative Rezensionen als nicht hilfreich bewertet haben
  • zugestimmt haben, den Verkäufer zuerst zu kontaktieren bevor Sie eine negative Rezension hinterlassen (Anmerkung: Sie sollten das von sich aus gerne tun, dürfen das aber nicht als Voraussetzung akzeptieren)
  • wie auch immer die Kennzeichnung "verifizierter Kauf" erhalten haben, obwohl Sie für das Produkt nicht den vollen Preis oder mindestens 50 % bezahlt haben

 

Zusammengefasst

Testen Sie Produkte immer selbst und lassen Sie sich dafür genug Zeit, damit Sie ein Produkt auch tatsächlich beurteilen können. Akzeptieren Sie keine Tests, wenn der Händler Ihnen dafür nicht genug Zeit lässt, oder Sie auffordert, eine positive Bewertung zu hinterlassen.

Kennzeichnen Sie immer, wenn sie ein Produkt kostenlos oder vergünstigt erhalten haben.

Schreiben Sie ehrliche und aufrichtige Rezensionen, die in erster Linie anderen Kunden weiterhelfen und nicht dem Verkäufer.

Bewerten Sie keine Rezensionen anderer Kunden für ein Produkt, dass Sie selbst rezensiert haben oder für Produkte eines Verkäufers, der Ihnen schon einmal einen Rabattcode geschickt hat.

Rezensieren Sie zwischendurch auch Produkte, die Sie tatsächlich selbst gekauft haben.

 

Wenn Sie sich an diese Tipps halten, sollten Sie noch lange Freude an Ihrem Amazon-Account und am Rezensieren haben.

 

Ein spezielles Thema ist, ob Sie ein zu Testzwecken erhaltenes Produkt anschließend weiterverkaufen dürfen. Darauf werde ich hier in einem zukünftigen Artikel eingehen. Als Denkanstöße nur so viel: Verbieten es die Regeln der Produkttest-Webseite? Dann halten Sie sich daran.

Wäre es eine gute Idee, das Produkt direkt bei Amazon wieder zu verkaufen und damit in direkte Konkurrenz zum Verkäufer zu treten?

Auch sonst gilt, Sie dürfen keine Vergütung für Ihre Rezension erhalten. Wenn Sie ein Produkt verkaufen und damit Gewinn machen, ist das dann eine Vergütung?

 

Etwas Vorsicht sollten Sie auch walten lassen, über welche Wege Sie an Ihre Testprodukte kommen. Werden Sie nur Mitglied bei Produkttest-Seiten oder auch in Facebook-Gruppen, die die Amazon-Richtlinien einhalten. Werden Sie skeptisch, wenn in bestimmten Gruppen eine riesige Anzahl an Rabattcodes verteilt wird, wenn die Zeitvorgaben für den Test sehr kurz sind oder wenn Tester mit negativen Rezensionen unerwünscht sind.

 

Wenn Sie Tipps für seriöse Seiten möchten und keine wichtigen Infos verpassen wollen, schauen Sie hier regelmäßig vorbei und melden Sie sich für die Insider-Infos an. Damit erhalten Sie auch kostenlos Zugang zu unserem passwortgeschützten Insider-Bereich mit exklusiven Inhalten. Zum Beispiel eine Checkliste mit Tipps für Ihre Rezensionen und Tabellen zum Verwalten Ihrer Testprodukte.

Sie halten sich als Tester an diese Tipps? Sie möchten andere darauf hinweisen? Dann setzen Sie doch einen Link zum Tester-Kodex.

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Kommentare: 22
  • #1

    Marco Hahl (Freitag, 22 April 2016 17:30)

    Ein super Blog Beitrag. Viele Informationen über den man nicht darüber nachdenkt.

    Bitte weiterhin so super Beiträge

  • #2

    Claudi (Freitag, 22 April 2016 18:25)

    Danke wieder für einen sehr hilfreichen Beitrag. Da sind wirklich einige Sachen dabei, an die man so gar nicht denkt. Aber gut zu wissen, so ist man gewappnet und weiß, was man machen kann oder nicht. Danke dafür.

  • #3

    pharasea (Freitag, 22 April 2016 18:28)

    Danke auch für all die Antworten von Amazon im aktuellen Newsletter! Sehr sehr interessant.

  • #4

    chrissy (Sonntag, 24 April 2016 16:15)

    super, ich hab ja schon einige hilfreiche Tipps von Dir erhalten und bin froh das ich hier sein darf, dankeschön. Ich werde mich auch zukünftig wirklich bemühen das ich anständige Bewertungen schreiben werde. Und ganz sicher schreibe ich das ich die Produkte zum testen oder kostenlos bekommen habe.

  • #5

    Nobby N. (Dienstag, 26 April 2016 08:40)

    Der Artikel ist gut. Ich sehe das genau so, nur das mit den "verifiziert" stimmt nicht. Ich und andere haben zwischendurch auch verifizierte Rezessionen obwohl der Artikel teuer ist und wir nur 1€ bezahlt haben.
    LG

  • #6

    Christian (Dienstag, 26 April 2016 08:52)

    Es scheint als hätte Amazons System da noch ein paar Schwierigkeiten. Man muss allerdings aufpassen. Wenn der Verkäufer einen Amazon-Gutscheincode herausgibt und keinen Rabattcode für ein bestimmtes Produkt, führt das zu einem "verifizierten Kauf", ist aber gegen die Amazon-Richtlinien.

  • #7

    Romy Matthias (Mittwoch, 27 April 2016 20:10)

    Danke für die vielen Tipps. Ich denke, so kann amazon wirklich die schwarzen Schafe ein wenig reduzieren. LG Romy

  • #8

    Peter (Dienstag, 17 Mai 2016 13:32)

    Wie unterscheidet man denn ob ein Code ein Rabattcode oder ein Gutscheincode ist?
    Wie sieht man das beim Kauf?
    Bei mir sahen die Codes bisher immer gleich aus.

  • #9

    Christian (Dienstag, 17 Mai 2016 17:17)

    Peter, genau diese Frage habe ich auch dem Amazon-Support gestellt, aber keine vollständige Antwort erhalten, sondern nur, dass es egal wäre, solange der Rabatt vor dem Kauf erfolgt. Meiner Ansicht nach umgeht ein Verkäufer damit aber die Richtlinien, weil dann der Verkauf als "verifiziert" gekennzeichnet wird.
    Wirklich erkennen kann man es nur, wenn man den Gutschein einlöst. In einem Fall heißt es dann "Aktionscode", im anderen Fall "Gutschein". Ich hatte mich in einem konkreten Fall auf die Aussage von Amazon verlassen, dass es ok wäre. Ganz überzeugt bin ich davon aber noch nicht.

  • #10

    Peter (Dienstag, 17 Mai 2016 22:03)

    Also ich habe überall "Gutschein eingelöst:" dort stehen, Aktionscode steht dort nirgends. Der Code hat entweder 99% oder 100% Rabattierung gegeben.
    Wie sieht das bei dir aus?

  • #11

    Christian (Dienstag, 17 Mai 2016 22:10)

    Ich kann mich gerade an die genaue Bezeichnung nicht erinnern. Es müsste aber Rabatt oder Aktionscode sein.
    Da man als Tester diese Feinheiten nur schwer erkennen kann, würde ich mir im Moment keine allzu großen Gedanken machen. Wenn Amazon das nicht möchte, müssen sie klarere Anweisungen geben und erklären, woran man welche Gutscheine erkennt.

  • #12

    Peter (Dienstag, 17 Mai 2016 22:20)

    Gibt es eigentlich Probleme, wenn man zu viel von einem Hersteller rezensiert?
    Bei manchen kann man ja praktisch das ganze Sortiment zum testen bekommen, also über 30 Artikel

  • #13

    Christian (Dienstag, 17 Mai 2016 23:00)

    Laut Amazon ist das in Ordnung. Man sollte sich nur nicht auf sonstige Vorschläge des Verkäufers einlassen, zum Beispiel andere Rezensionen als hilfreich oder nicht hilfreich zu bewerten.

  • #14

    Bernd (Mittwoch, 18 Mai 2016 12:43)

    Danke für den super nützlichen Artikel. Was hältst du davon: kaputter Artikel (oder sehr schlechte Qualität, weiß man so noch nicht)- Händler kontaktiert und der möchte einen neuen Code schicken. Kann man das problemlos wahrnehmen? Oder läuft das unter "Bezahlung"? Was denkst du?

  • #15

    Christian (Mittwoch, 18 Mai 2016 13:49)

    Bernd, möchte der Händler einen neuen Code schicken, damit du das gleiche Produkt noch einmal bestellen kannst? In diesem Fall sollte es ok sein, auch wenn es vielleicht etwas geschickter wäre, wenn der Händler das Austauschprodukt direkt zu dir schicken würde. Etwas anderes wäre es, wenn der Verkäufer dir einen Gutscheincode sendet und dafür eine positive Bewertung möchte.
    Wenn ein Artikel tatsächlich defekt ist und ein Austauschprodukt funktioniert, kann man den Austausch in seiner Rezension zwar erwähnen, sollte aber in erster Linie das funktionierende Produkt bewerten. Defekte Produkte kommen bei jedem Hersteller vor.

  • #16

    Bernd (Donnerstag, 19 Mai 2016 00:39)

    Jawohl, er möchte mir einen neuen Code zukommen lassen, damit ich dasselbe Produkt noch einmal bestellen kann. Das fand ich auch fair, war mir nur nicht im Klaren darüber, ob Amazon das unterscheiden kann. Danke für deine Meinung!

  • #17

    Cecilia (Donnerstag, 26 Mai 2016 22:01)

    Hallo,
    wie würdet ihr denn Amazon informieren, wenn ein rezensiertes Produkt versehentlich als verifizierter Kauf markiert wurde und man das ändern lassen will? Gibt es da eine optimale Vorgehensweise?

    Danke

  • #18

    Christian (Donnerstag, 26 Mai 2016 22:34)

    Hallo Cecilia,
    da das relativ oft vorkommt und Amazon dazu offiziell auch keine Regeln veröffentlicht hat, würde ich gar nichts unternehmen. Es ist letztlich nicht deine Schuld, wenn die Kennzeichnung auftaucht. Solange du keine Bezahlung annimmst oder hinterher statt vorher einen Rabatt bekommst ist laut Amazons Aussagen alles ok.

  • #19

    Erhard (Montag, 29 August 2016 09:37)

    Tolle Seite, mit viel Kompetenz !

  • #20

    Erhard (Dienstag, 13 September 2016 12:48)

    Hi,
    also da ich selbst schon Codes vergeben habe und Rezenzionen bekommen habe, kann ich euch sagen, dass der "verifizierte Kauf" früher immer dabei stand, wenn der Artikel über Amazon bezogen worden ist.
    Dann hat Amazon das geändert und nun werden nur mehr vollpreisige bis nur zum Teil reduzierte Artikel noch als "verifizierter Kauf" angesehen. Wo die Grenze umgeht weiß ich im Moment leider nicht.
    Zum Thema Aktionscode oder Gutscheincode, da bin ich mir echt nicht sicher, ob es da einen solchen Unterschied gibt. Da ich in Kürze wieder welche anlegen werde, muss ich da echt mal darauf achten, was dort steht.

    Alle Gute!
    Erhard
    Es geht sogar soweit, dass nach dem alten System noch als "verifizierter Kauf" gekennzeichnete Artikelrezenzionen dann nach der Systemumstellung dieses Label verloren haben. Also verschwanden diese Label bei Produkttesterrezenzionen. Natürlich nicht gleichzeitig bei allen. Amazon macht solche Änderungen immer Stufenweise.
    Somit würde ich mir da an eurer Stelle auch keinen Kopf darüber machen. Das ist rein Algorithmus gesteuert und ihr habt da keinen Einfluss darauf.

  • #21

    Florian (Donnerstag, 03 November 2016 08:21)

    Amazon hat in den USA Anfang Oktober solchen Services einen Riegel vorgeschoben. Das heißt auch die ganzen Produkttester-Services oder Free-Gruppen auf Facebook können es in dieser Form (Produkttester erhält rabattiert oder kostenlos Produkte und bewertet danach) nicht mehr umsetzen.
    Wir arbeiten gerade an einer neuen, interessanten Lösung. Wer kostenlos und unverbindlich dabei sein möchte, kann sich gerne hier registrieren:
    http://www.shopdoc.de/produkttester-werden/

  • #22

    Christian (Donnerstag, 03 November 2016 11:01)

    Das ist richtig, Florian. Im Moment gelten für Deutschland allerdings noch die bisherigen Rezensionsrichtlinien von Amazon. Eine Änderung auch hier ist allerdings wohl nur eine Frage der Zeit.
    Dazu gibt es hier im Blog einen aktuelleren Artikel: http://www.produkttester-werden.info/2016/10/04/das-aus-f%C3%BCr-amazon-produkttester/