Die Produktauswahl

Sollte man alles testen?

Produkte zum Testen auswählen

Vielleicht wundern Sie sich über diese Frage. Gerade wenn Sie bisher noch kein Produkttester sind oder gerade erst angefangen haben, sind Sie wahrscheinlich froh über jede Gelegenheit, ein Produkt kostenlos oder stark reduziert zu erhalten.

Sollte man mitnehmen, was man kriegen kann? Oder sollte man lieber sorgfältig auswählen? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten: Wie viele Testangebote bekommen Sie? Wie viel Zeit haben Sie zur Verfügung? Was können Sie wirklich gebrauchen? Schauen wir uns das mal genauer an.

 

Wie gefragt sind Sie?

Wenn Sie erst einmal bei Amazon auf der Liste der Top-Rezensenten auftauchen (und das kann schneller gehen als Sie glauben) und in Ihrem Profil eine Email-Adresse hinterlegt haben, werden Sie viele Anfragen bekommen. Dazu haben Sie sich vielleicht bei verschiedenen Produkttestseiten angemeldet und sind in Facebook-Gruppen, in denen Produkttester vermittelt werden.

Das kann schnell dazu führen, dass Sie mehrere Angebote täglich erhalten. Manche Anbieter schicken Ihnen auch problemlos mehrere Produkte gleichzeitig zu, wenn Sie sich als zuverlässiger Tester erweisen. Wenn Sie dann nicht das Testen zum Hauptberuf machen wollen, müssen Sie schon zwangsläufig eine Auswahl treffen.

Stehen Sie erst ganz am Anfang, sieht das schon anders aus. Dann sind Sie wahrscheinlich froh über jedes Angebot und über jede Zusage. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch in Ordnung, denn je mehr Produkte Sie testen, umso mehr Rezensionen sammeln sich auf Ihrem Konto an. Trotzdem können Sie das auch ein wenig steuern.

 

Eine Frage der Zeit

Wenn Sie einen Vollzeit-Job haben und/oder Familie, müssen Sie sich überlegen, wie viel Zeit Sie auf Ihr Hobby Produkte testen verwenden wollen. Das hängt auch davon ab, wie sorgfältig Sie ein Produkt testen und wie ausführlich Sie es rezensieren. Am Anfang werden Sie für eine gute Rezension wahrscheinlich einige Zeit brauchen. Sie werden aber immer mehr Routine entwickeln und bald schon oft einfach drauf los schreiben können. Das gilt natürlich besonders für Produkte, mit denen Sie sich gut auskennen.

Wenn Sie - Gründe gibt es viele - im Moment viel Zeit zur Verfügung haben, können Sie natürlich beim Testen den Turbo einschalten. Dann nehmen Sie ruhig so viele Angebote an, wie Sie bewältigen können und trauen Sie sich ruhig auch an Produkte heran, die Sie interessieren, mit denen Sie bisher aber noch nicht so viel Erfahrung haben. Gerade dann lohnt es sich auch, die Tipps auf unserer Webseite genau anzuschauen und alle Möglichkeiten zu nutzen, um an Testprodukte zu kommen.

 

Experten hört man zu

Egal ob Sie am Anfang stehen oder fast täglich Produkte testen, setzen Sie den Schwerpunkt auf Produkte, die Sie wirklich interessieren und mit denen Sie sich idealer Weise gut auskennen. Ob Sie ein Outdoor-Fan sind, ein Technik-Freak oder eine Modeexpertin, in Ihrem Spezialgebiet fühlen Sie sich wohl und wissen, worauf Sie achten müssen. Außerdem können Sie durch Ihre Erfahrung Produkte besser vergleichen. Gerade diese Vergleiche sind oft außerordentlich hilfreich für andere Kunden.

Es mag Ausnahmen geben, aber wenn Sie als Mann einen Damenrasierer testen oder als Computerlaie einen Linuxrechner, wirken Sie wahrscheinlich weniger glaubwürdig. Manchmal kann es sinnvoll sein, etwas zu testen mit dem Sie sich noch nicht auskennen, wenn Sie trotzdem zur Zielgruppe gehören. Dann könnten Sie Ihre Rezension aus der Sicht eines Einsteigers schreiben und zum Beispiel schildern, wie schwer oder leicht die Bedienung ist. Generell wird Ihnen das Schreiben aber viel leichter fallen, wenn Sie sich auskennen und Ihnen das Produkt Spaß macht.

Das ist auch der Grund, warum viele Rezensenten oft mehrere ähnliche Produkte testen. Sie kennen sich damit aus, können gut vergleichen und die Vor- und Nachteile beschreiben.

Wenn Sie Produkte testen, für die Sie auch eine Verwendung haben, sparen Sie außerdem gleich noch Geld, wenn Sie das Produkt ohnehin gekauft hätten. Oder wenn es ein Produkt ist, dass Sie sich vielleicht nicht geleistet hätten, es aber gut gebrauchen können.

 

Wohin mit den anderen Produkten?

Bleibt die Frage, was Sie mit den Produkten machen, die Sie mehrfach erhalten oder die Sie zwar interessieren, die Sie aber nicht behalten wollen. Viele Produkttester verkaufen Produkte weiter. Wie das rechtlich aussieht werde ich in einem weiteren Beitrag beleuchten. Als grobe Richtlinie gilt, wenn der Anbieter Sie verpflichtet, Produkte nicht weiterzugeben oder sich sogar das Recht vorbehält, ein Produkt wieder zurückzuforden, dann halten Sie sich auf jeden Fall daran. Werden Sie aber kontaktiert und man bietet Ihnen ein Testprodukt an, dass Sie ohne Einschränkungen behalten dürfen, liegt es bei Ihnen, was Sie damit machen. Wenn Sie nur gelegentlich ein Produkt weiterverkaufen, können Sie das als privaten Verkauf machen. Wenn Sie sich jedoch einen Nebenverdienst aufbauen wollen, indem Sie Dutzende Produkte innerhalb weniger Monate verkaufen, hat das steuerliche Konsequenzen und Sie können in den Bereich kommen, wo Sie ein Gewerbe anmelden müssen.

 

Die Auswahl entscheidet

Sie sehen, man sollte sich durchaus einmal Gedanken machen, ob man das richtige Maß gefunden hat. Testet man wahllos alles, was einem angeboten wird, wird man irgendwann in wenig nützlichen Produkten ertrinken. Lehnt man zu viel ab, kommt man nicht schnell genug voran.

Das beste wäre es also, genau die Dinge angeboten zu kriegen, die man auch gebrauchen kann. Genau dabei kann Ihnen unsere Webseite helfen. Wenn Sie sich als Produkttester einen guten Ruf erarbeiten (sichtbar zum Beispiel an Ihrem Amazon-Profil), wird die Auswahl an Testprodukten immer größer. Gleichzeitig haben Sie überzeugende Argumente, wenn Sie Anbieter direkt anschreiben. Damit werden Sie in die schöne Situation kommen, viele Produkte zu erhalten, die Sie wirklich interessieren. Dranbleiben lohnt sich also!

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Antonio (Freitag, 15 April 2016 12:05)

    Hallo ja aben ich interessiere zum das Produkt testen

  • #2

    Christian (Freitag, 15 April 2016 14:35)

    Hallo Antonio,
    Produkttestseiten stelle ich unter anderem hier vor:
    http://www.produkttester-werden.info/empfehlungen/produkttest-webseiten/

  • #3

    Antje (Freitag, 15 April 2016 22:22)

    Bitte mach weiter so, deine Ausführungen sind sehr interessant.
    LG

  • #4

    Firefly (Donnerstag, 07 Juli 2016 12:14)

    Die Menge der Angebote sprengt tatsächlich irgendwann jeden Rahmen. Bei mir waren es zeitweise rund 200 pro Woche. Manch ein Anbieter wollte seine gesamte Produktpalette vor meiner Tür abladen. Das klingt erst einmal, nach Klagen auf hohem Niveau und Testeinsteiger werden sich wundern. Es hat aber deutlich nachgelassen. Ich denke viele Hersteller schauen sich die Profile der potentiellen Tester recht genau an. Lehnt man die Anfrage eines Anbieters mehrfach ab, kommt er nicht mehr wieder. Manch einer bleibt auch weg, wenn man ihm Rezensionen mit weniger, als 5 Sternen gibt. Das registrieren auch andere und kommen erst gar nicht.

    Klingt wie ein Nachteil, ist aber keiner. Ich stelle fest, dass die Anfragen etwas qualifizierter geworden sind. Es sind also mehr Produkte, die mich interessieren und seriöser wurde es auch. Die lästigen "gib mir 5 Sterne, dann gebe ich Dir das Geld zurück"-Anfragen sind komplett verschwunden.

    Es sind allerdings immer noch 60-100 Angebote pro Woche und ich muss selektieren. Viele Dinge, kann und will ich nicht testen. Das ist z.B. die fünfhundertste iPhone-6-Hülle, ich habe kein iPhone! Kamerazubehör, Sexspielzeug, Partyhüte, Monster-Kontaktlinsen, exotische LEDs und Akkus für unbekannte Geräte...die Liste ist endlos. Am Ende bleiben vielleicht 15-20 Produkte, die in die engere Auswahl kommen. Die schaue ich mir genau an und wähle nur das aus, was einen wirklich guten Eindruck macht. Zeit ist kostbar und man kann sie nicht mit Schrott verschwenden bzw. Produkte bewerten, die am Ende im Müll landen. So sind es pro Woche weniger, als 10 Artikel und das passt dann auch in meinen Zeitrahmen.

    Ein spannendes und neues Problem taucht jetzt auf. Man hat selektiert und was man bekommt ist interessant und hochwertig. Es sind fast ausschließlich 5-Sterne-Kandidaten. Man kann aber doch nicht nur Jubelbewertungen schreiben, ohne sich unglaubwürdig zu machen. Ich war zeitweise echt am Zweifeln. Dann kamen gleich 3 Produkte in Folge, die trotz Selektion nur 2, 3 oder 4 Sterne bekommen haben und ich war mit der Welt wieder in Reinen.

    Ergo: Wenn man richtig einsteigt und gute Rezensionen schreibt, steht man irgendwann vor diesen Problemen. Viele denken es sei der Himmel, Produkte kostenlos zu erhalten und dann irgendwas dazu zu schreiben. Nein, es ist harte Arbeit, wenn man es gut und richtig machen will. Dazu muss man Zeit und Energie einbringen und nur dann kommen auch weitere Angebote.

  • #5

    Anno (Freitag, 02 September 2016 14:16)

    Hallo,

    vielen Dank für deinen interessanten Artikel bzw. eigentlich die ganze Website. Du schreibst " Viele Produkttester verkaufen Produkte weiter. Wie das rechtlich aussieht werde ich in einem weiteren Beitrag beleuchten"

    Gibt es diesen Beitrag zufälligerweise schon? Ich finde ihn nämlich nicht.

    Jedenfalls vielen Dank für deine tolle Arbeit!

  • #6

    Christian (Freitag, 02 September 2016 15:52)

    Hallo Anno,
    vielen Dank für das Lob! Den Beitrag gibt es bisher noch nicht, auch ein Beitrag mit Infos zur generellen steuerlichen Situation, wenn man Testprodukte annimmt, ist in Planung.
    Da ich das Blog nebenbei betreibe, bräuchte ich manchmal mehr Zeit als ich habe :)
    Wenn man Testprodukte allerdings regelmäßig weiterverkauft, liegt sicherlich eine Gewinnerzielungsabsicht vor. Ich würde mich da auf jeden Fall mal von einem Steuerberater beraten lassen. Viele bieten auch ein kostenloses Erstgespräch an, da kann man das vielleicht schon klären.
    Ob Testprodukte generell zu versteuern sind, da gibt es unterschiedliche Aussagen der jeweiligen Finanzämter. Dort sollte man sich im Zweifelsfall erkundigen.
    Gruß, Christian